Donnerstag, 17. Juni 2010

Der Spiegel und Hartz IV

Manchmal kann ich mich einfach nur noch über manche Artikel bei Spiegel Online wundern. Gibt es da nur noch Praktikanten und keine Journalisten mehr? Recherche scheint ein Fremdwort zu sein oder wir hauen einfach den Artikel raus, egal ob es stimmt oder nicht. Das hat Bildzeitungsniveau.

Auf der Startseite steht ein Artikel Online in dem es um die Debatte im Sozialstaat und Teuer wohnen mit Hartz IV. Da steh im Aufmacher:
Miete, Strom, Gas - für Hartz IV-Empfänger übernimmt der Staat die Kosten
Im Artikel wird dann noch gefragt, ob das gerecht sei? und ob der Staat mit ein Unterkunftspauschale besser weg kommt.

Lieber Praktikant bei Spiegel vielleicht hätten Sie mal 5 Minuten recherchieren sollen, das Internet macht es möglich, denn richtig ist:

Die Jobcenter zahlen für eine Wohnung für eine Person mit maximal 45m² und für zwei Personen 60m², für jede weitere Person gibt es einen zusätzlichen Raum von 15m², Kinder im Babyalter zählen nicht dazu.
Weiterhin sind die örtlichen Gegebenheiten ausschlaggebend für eine angemessene Miete. Einfach gesagt in München zahlt mehr für den Quadratmeter, wie in Hannover. Ein weiterer Anhaltspunkt für Mietobergrenzen ist das Wohngeldgesetz (WoGG)

Kommen wir zu den Miet-Nebenkosten. Hier wird unterschieden in Heizkosten und andere Nebenkosten, wie Strom, Wasser, Grundabgaben etc. Im Regelsatz enthalten und damit nicht übernommene Kosten sind:

*Gas z.B. fürs Kochen
*Warmwasser
*Strom

Die Kosten die übernommen werden sind:

*Kaltwasser (Bestandteil der Miete)
*Heizung (in angemessen Rahmen)
*Grundabgaben (Bestandteil der Miete)
*Schornsteinfeger
*und sonstige umlagefähige Nebenkosten

All das findet man nett aufbereitet bei: http://www.sozialhilfe24.de/ lieber Spiegel. Also in Zukunft erst denken, dann recherchieren und dann schreiben, aber er es ja so einfach auf ALGII-Empfänger einzudreschen...

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